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Paderborn schlägt AC Mailand

Eigentlich sind es genauso kleine, unbefangene Jungs wie alle anderen: Nur die Klubs, für die sie spielen, haben einen überaus klangvollen Namen. So ist es für Nachwuchskicker immer auch etwas Besonderes, gegen Gleichaltrige namhafter Klubs anzutreten – vielleicht sogar zu gewinnen. Luka Driller ist E-Junioren-Fußballer der Kreisauswahl Paderborn. Am Samstag stand der Elfjährige fast vor der Entscheidung, seine Karriere bereits zu beenden, bevor sie richtig begonnen hatte.

Denn nach einem 1:0-Sieg über keinen Geringeren als den AC Mailand meinte er mit völlig ernster Miene zu seinem Vater: „Papa, ich kann jetzt mit Fußball aufhören. Ich habe alles erreicht!“

Ort des Geschehens war Isernhagen bei Hannover, wo eben E-Junioren-Fußballer um den Max-Raddatz-Cup spielten. Das Besondere an diesem Turnier ist die Tatsache, dass dort Teams aus ganz Europa am Start sind. Insgesamt 48 Mannschaften waren dabei, darunter unter anderem Klubs wie der FC Barcelona, FC Valencia, AC Mailand, Spartak Moskau, Austria Wien, Sturm Graz, Malmö FF und Teams einiger Bundesligisten.

Schon im Vorfeld hatte sich im Kreis der E-Junioren-Auswahl große Spannung breit gemacht. Das Interesse war riesig und mit rund 50 Personen reiste das Paderborner Aufgebot um Trainer Waldemar Paterok nach Niedersachsen, wo an zwei Tagen zwölf Spiele zu absolvieren waren.

In der Vorrunde standen zunächst fünf Partien auf dem Programm. „Wir hatten ein paar Startschwierigkeiten“, berichtete der Coach von den beiden Auftaktniederlagen gegen den Berliner Klub SV Staaken und Käpylan Pallo aus Finnland. Dann folgte beim 1:0-Sieg über Skonto Riga das erste Erfolgserlebnis.

Die Spannung stieg, denn als nächster Gegner wartete der AC Mailand auf den Paderborner Nachwuchs. „Das war ein Match, das für Spieler, Eltern und auch für das Trainerteam unvergessen bleiben wird“, ist Paterok auch noch mit etwas zeitlichem Abstand völlig begeistert.
Torhüter Alexander Wulf brachte Mailand mit sensationellen Paraden in der 1. Halbzeit schier zur Verzweiflung. In der zweiten Halbzeit konnte sich dann auch Marius Brink auszeichnen.
Bei einem Freistoß für Paderborn und einer tollen Flanke von Patrick Wibbeke war Hardy Pamme im richtigen Moment mit seinem Kopf zur Stelle und fügte mit diesem Tor zum knappen 1:0-Sieg dem späteren Dritten Mailand die einzige Niederlage des gesamten Turniers bei. „Mit dem Schlusspfiff war der Jubel grenzenlos. Alle liefen auf den Platz und feierten diesen Triumph“, so der Trainer, der seine Jungs für eine „unglaublich geschlossene Mannschaftsleistung“ lobte. Selbst die Mailänder Fans zollten den Paderbornern Beifall. „Eine tolle Geste“, meinte auch Paterok.

Sollte es einer aus der Mailänder Mannschaft später mal in den Profibereich schaffen und möglicherweise einen großen internationalen Titel holen, dann können Pateroks Jungs immerhin sagen, gegen diese Spieler schon mal 1:0 gewonnen zu haben.

Auch wenn es nach diesem Highlight schwer fiel, sich auf den weiteren Turnierverlauf zu konzentrieren, ließ die Auswahl am ersten Turniertag noch zwei Siege gegen Honved Budapest (3:0) und den SV Langenhagen (1:0) bei einer 0:2-Niederlage gegen Sachsen Leipzig folgen.

Bei den Sonntag-Spielen sah es wie folgt aus: 1:0-Siege über FC Hungary, 1. SC Feucht und VfB Homberg sowie ein 1:1-Remis gegen Käpylan Pallo Helsinki ließen Paderborn um Platz 17 spielen. Gegen die Dänen vom Rosenhoi Boldklub fehlte dann aber ein wenig die Kraft und das Team verlor mit 0:5. Dennoch liest sich die Gesamtbilanz sehr gut: Sieben Siege, ein Remis und vier Niederlagen bedeuteten Platz 18 unter 48 Klubs. „Ein toller Erfolg“, wertschätzte Paterok, in dessen Auswahl Enis Salihi der erfolgreichste Torschütze war.

Nachzutragen ist noch der Turniersieger: Im Endspiel vor 1.000 Zuschauern besiegte Spartak Moskau den Nachwuchs von Sturm Graz mit 2:0 Toren.

Kniened von links: Enis Salihi, Hardy Pamme, Ken Czok, Volker Rath, Marius Brink, Alexander Wulf.

Stehennd von links: Trainer Waldemar Paterok, Patrick Teixera-Pereira, Patrick Wibbeke, Rene Merschmann, Daniel Schatz, Justin Reineke, Dennis Horozsko, Lennart Rolf, Luka Driller.

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